Das Substantiv "der/die Behinderte" wurde bis zum Beginn der Bundesrepublik Deutschland umgangssprachlich kaum benutzt und war weitgehend unbekannt. Erst auf Mitinitiative der Bundesvereinigung Lebenshilfe setzte sich das Wort in den 1960er Jahren durch. Die bis dato verwendeten Bezeichnungen waren negativ beladen. "Behinderung" sollte die üblichen Bezeichnungen "Idioten" für die dann als "geistig behindert" bezeichneten Menschen und "Irre" für die als psychisch behindert bezeichneten Menschen ersetzen. An die Stelle des Wortes "Krüppel" trat die Bezeichnung "körperlich behindert". So sollten Vorurteile überwunden und die Gleichbehandlung vorangebracht werden. Die sprachliche Neufassung hatte allerdings auch ihre Nachteile: Ab sofort wurde man nicht behindert, man war behindert.